Do, 25.12.2014

Fellbach

Stimmung unter dunklen Wolken

von Michael Käfer

Fellbach - Mitmachaktionen, Vorführungen und Schnäppchenangebote lockten tausende Besucher zum Maikäferfest. Mit skeptischer Miene blickten am Sonntag etliche Fellbacher Vereinsvorstände, Gastronomen und Einzelhändler an den von dunklen Wolken bedeckten Himmel. Einer davon war Erich Theile. „Wenn’s nur nicht regnet“, sagte der Sprecher der Werbegemeinschaft Nördliche Bahnhofstraße. Das Stoßgebet des Goldschmiedemeisters sollte – zumindest fast - erhört werden. Auch wenn beinahe jeder Besucher bei der 18. Auflage des Maikäferfests einen Regenschirm in der Hand trug, gebraucht hat man die sperrigen Wasserableiter kaum.

Zaubereien und Artistik

Selbst Tom Bolton, der quirlige Clown aus Stuttgart, deckte seine Musikanlage nur kurz ab. „Wir hoffen, dass wir richtige Shows machen können“, sagte der 51-jährige Amerikaner, der schon häufiger in Fellbach zu Gast war. Mit Stand-up-Comedy, Artistik und kleinen Zaubereien begeisterte er sein Publikum in der Bahnhofstraße. Wenige Schritte entfernt erwies sich die Showbühne am Stuttgarter Platz als ein Besuchermagnet. Den Auftakt im pausenlosen Reigen der Darbietungen machte ein Sextett der Kindertanzgruppe des SV Fellbach. Monatelang hatten die teilweise erst fünfjährigen Mädchen unter der Leitung von Gabriele Brauchle für ihre Auftritte geprobt. Mit viel Beifall bedacht wurde anschließend auch die von Salvatore Mornhinweg trainierte Wushu-Gruppe des SVF und die Tänzerinnen des TSC Fellbach. Vom TSV Schmiden zeigten Aikido-Sportler um Agata Ilmurzynska ihr Können.

Kulinarisches lockt in großer Bandbreite

Aber nicht nur für das Auge gab es vieles zu entdecken, sondern auch an den Gaumen wurde gedacht. Weine aus Australien und Fellbach, Gebratenes, Gekochtes und andere Magenfüller in vielerlei Variationen lockten schon deutlich vor dem offiziellen Festbeginn um 12.30 Uhr die Menschen an die Biertischgarnituren. Dennoch blieb auch Stunden später noch der eine oder andere Platz frei. „Die Leute sind schon unterwegs, aber nicht so viele wie sonst“, sagte etwa Metzgermeister Thomas Klingler, der angesichts düsterer Wettervorhersagen von der Resonanz dennoch positiv überrascht war. Überhaupt war immer wieder zu hören, dass die Bilanz bei den Einzelhändlern besser ausgefallen ist, als bei den Gastronomen. „Heute bin ich sehr zufrieden“, sagte etwa Holger Schultze. Von jeder verkauften Sportbrille spendete er zehn Euro für die Tour Ginkgo und schon am Nachmittag war absehbar, dass sich die Christiane-Eichenhofer-Stiftung auf eine Spende in dreistelliger Höhe freuen darf. Für einen guten Zweck arbeiteten auch Michael Langer und seine drei Mitarbeiter, die ihren freien Sonntag geopfert hatten, um gegen eine freiwillige Spende Haare zu schneiden. Der Friseurmeister rundete den Betrag auf 500 Euro für die Aktion 6666 unserer Zeitung auf. „Es war ein Mann da, der hat 50 Euro gegeben“, sagt Michael Langer zufrieden.

Auf Aktionen im Trockenen setzte auch Gudrun Lack, die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Rathaus-Carrée. Sie hatte Dieter Buck eingeladen, der bereits rund 100 Wander- und Radwanderführer veröffentlicht hat. Der Experte gab Ausflugstipps und allerlei Ratschläge rund ums Wandern. Auf andere Art an Geistigem labten sich Interessierte etwas abseits der Flaniermeile bei der Genussmanufaktur von Marcus Hofmeister. Einen 45-prozentigen Fellbach Dry Gin konnte man nicht nur probieren, sondern auch bei dessen Entstehung hautnah an der glänzenden Destillationsanlage stehen.

Viele Besucher aus der Umgebung

Hannah Schröder-Klings, die Geschäftsführerin des veranstaltenden Stadtmarketings Fellbach freute sich besonders über viele auswärtige Besucher. „Wie man sieht, die Straßen sind voll. Nicht nur von Fellbachern, sondern auch von Besuchern aus der ganzen Region.“ Selbst mit dem Wetter zeigte sie sich bei ihrer persönlichen Maikäferfest-Premiere zufrieden: „Wir haben gar keinen so großen Schmerz, wenn es mal nicht ganz supersommerlich ist, weil dann die Leute in die Läden reingehen.“ Das Ziel, Werbung für den Standort Fellbach zu machen, sieht sie deswegen als erreicht an. Im nächsten Jahr soll eine Befragung klären, woher und warum die Besucher zum Maikäferfest gekommen sind.



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Joe Ist schon länger als 1 Jahr her
Voll sieht anders aus: sieht man ja sehr schön auf vielen Fotos - oder anders ausgedrückt: Seit rund 15 Jahren war das Maikäferfest nicht so schlecht besucht wie 2012.
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