Mo, 22.12.2014

Probleme mit neuem Kriegsschiff

Bei der Baden-Württemberg ist der Lack ab

von Bärbel Krauß

Berlin - Eigentlich soll die Fregatte Baden-Württemberg, deren Bau im Mai 2011 begonnen wurde, der Stolz der Marine werden. Das gilt nicht etwa, weil der fast 150 Meter lange und mit einer Maschinenleistung von 42 964 PS ausgestattete Stahlkoloss das größte und schnellste Schiff im Dienste der Bundeswehr werden soll, eher im Gegenteil. Die Modernität dieses Schiffes soll sich in der Verlängerung der Wartungsintervalle und der Halbierung der Besatzung erweisen – was die Flexibilität und Einsatzfähigkeit des Kriegsschiffes und der Seestreitkräfte auf ein bisher nicht gekanntes Niveau steigern soll – eigentlich.

Uneigentlich aber ist offenbar Sand ins Baugetriebe geraten, wie in verteidigungspolitischen Kreisen in Berlin zu hören ist. Die Industrie erwägt schon die feierliche Schiffstaufe zu verschieben. Sie ist mit Pauken und Trompeten und viel Prominenz auch aus dem namengebenden Land für den 5. März 2013 geplant. Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe den Termin seit Langem in seinem Kalender stehen; seine Frau Gerlinde soll, wie in Berlin gemunkelt wird, als Patin fungieren und die obligatorische Pulle gegen den Schiffsrumpf werfen. Patenschaften über Marineschiffe sind generell begehrt. Als noch ehrenvoller gilt freilich, wenn ein Land einer ganzen Fregattengeneration den Namen geben darf. Im Fall der Klasse F 125 soll dies eben der Südwesten sein.

Gründlich abgetaucht

Jetzt aber scheint bei dem Projekt schon vor dem Stapellauf der Lack ab zu sein. Im Inneren der Fregatte gibt es offenbar Probleme mit der Lackierung. Offiziell bestätigt wird das allerdings nicht. Verteidigungsministerium, Marine und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr sind in der Sache seit 14 Tagen so gründlich abgetaucht, dass die ganze U-Boot-Flottille neidisch werden könnte.

Wie gravierend die Mängel bei der Baden-Württemberg wirklich sind, bleibt deshalb vorerst obskur. Aber bei marine- und bundeswehrkundigen Skeptikern beginnen schon die Alarmglocken zu läuten. Schließlich ist die Problemserie, mit der die jüngste Korvetten-Generation Schlagzeilen machte – defekte Getriebe und Klimaanlagen, Softwarefehler und giftige Gase im Maschinenraum –, noch nicht vergessen.



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Kommentare (6)
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Ökofuzzi Ist schon länger als 1 Jahr her
Ist doch schön,: wenn Hanna-Arendt-lesende superchristliche Grüne sich am Militär ergötzen und sich mit der Einweihung neuer Tötungsmaschinen schmücken. Da wird der ganze Öko-Humanismus erst so richtig glaubwürdig: 'Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe den Termin seit Langem in seinem Kalender stehen; seine Frau Gerlinde soll, wie in Berlin gemunkelt wird, als Patin fungieren und die obligatorische Pulle gegen den Schiffsrumpf werfen.'
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Ein Kriegsschiff wohl zur Ist schon länger als 1 Jahr her
Friedensbringung? Notfalls mit Gewalt, halt.: Lieber Herr Jesus Christ, bitte hilf' uns, denn wir wissen wirklich nicht was wir tun, was wir taten und was wir noch alles tun werden.
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Harald Berner Ist schon länger als 1 Jahr her
Fregatte: Naja, erst der Berliner Flughafen, dann S 21 und jetzt halt eine Fregatte! Da frag ich mich wie konnte dieses Land jemals eine Bismarck bauen? In Zukunft werde ich auch chinesische Fahrräder ordern, da Deutschland mit Technik nix mehr am Hut hat! Nur verwalten und gerichteln, das können se, Juristen haben wir ja soviele, dass die schon in der Politik unterkommen müssen! Armes Deutschland!
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Frag Los Ist schon länger als 1 Jahr her
Made in Germany: Deutschland gehört zu den größten Waffenexporteuren der Welt. Viele Staaten wollen unbedingt deutsche Rüstungstechnik kaufen: U-Boote, Panzer, Schiffe. Ich frage mich, wie sich das mit der Tatsache vereinbart, dass die neuen Fregatten und Korvetten für due Bundesmarine so mangelhaft sind. Liefert die Rüstungsindustrie an die eigene Armee nur Schrott, während sie ins Ausland die Premium-Qualität verkauft oder sind die anderen Hersteller im Ausland noch schlechter? Vielleicht sollte der Verteidigungsminister mal mit Bahn-Chef Grube sprechen. Der hat auch so ein Problem mit unbrauchbaren Lieferungen - in diesem Fall von den Zug- und Waggonherstellern in deutschen Landen...
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Hoppenlau Ist schon länger als 1 Jahr her
Ha no . . . .: legt doch den Kahn einfach tiefer. Für solche Verfahren ist doch genügend Fachkompetenz vorhanden. Das wär doch eine dankenswerte Aufgabe für Nils Schmid, hierfür einen finanziellen Rahmenolan aufzustellen, wann wo welche Pinselstrich angebracht wird und vor allen Dingen auf welchem wichtigen Stuttgarter Gewässer diese Fregatte - nein Tante Hildegart Du bist nicht gemeint, sonst hieße es 'augetakelte Fregatte' - also eben auf welchem Stuttgarter Gewässer dieser Blechkahn stationiert wird. May Eyth-See vielleicht? Oh das gibt doch Schwierigkeiten mit Remseck....Eckensee? Vielleicht besser in den GrubeSee am Nordausgang des HBF? der besser noch der Finanzmister spendiert den Kahn ans Fürstentum Liechtenstein. Mein Gott, was ladet uns die Stuttgarter Zeitung aber auch für Probleme auf, als ob wir sonst keine hätten
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